■ Erlebe und teile die Kraft der Musik, die uns alle verbindet
■ Jamme mit Gleichgesinnten
■ Sei Teil einer Ukulele-Community
■ Entdecke die Vielfalt der Ukulele und erweitere deinen (musikalischen) Horizont
■ Lerne von Profis
■ Genieße Ukulelekonzerte und erlebe inspirierende musikalische Momente
■ Lass die wunderbare Stadt Jena auf dich wirken
Das Ukulelefest will Menschen zusammenführen, die sich an der Musik erfreuen, die die Ukulele für sich entdeckt haben, die gerne gemeinsam singen und musizieren und sich Herausforderungen stellen. Die Kernidee ist es, Musik als etwas Aktives, Menschen Verbindendes und Motivierendes zu erleben und zu leben. Alle sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen und einzubringen. Voraussetzung dafür ist keine bestimmte Könnensstufe des Ukulelespiels, vielmehr soll eine Atmosphäre des voneinander Lernens und aufeinander Zugehens gepflegt werden.
Geplant sind Workshops für Anfänger:innen, Wiedereinsteiger:innen und Fortgeschrittene mit namhaften Dozent:innen aus der Ukuleleszene, Konzerte mit Ukulelenmusik, ein Ukulelepicknick, ein Ukulelestrum sowie ein Open-Stage-Abend. Besonderheit ist die Beteiligung von Schulklassen, die im Klassenverband die Ukulele lernen und ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit vorstellen.
Das Motto lautet in diesem Jahr „Natürlich spielen wir Ukulele“ und führt die Themen der letzten Jahre zusammen. Als wichtiger und neuer Ort besuchen und besingen wir den Botanischen Garten in Jena.
Ermöglicht wird es durch die finanzielle Unterstützung des Zeiss-Planetariums, der reCover Stiftung Jena, der Eco-Schulstiftung, von JenaKultur, der Stadt Jena, der Sparkasse Jena und der Sparkassenstifung der Sparkasse Jena-Saale-Holzland sowie vom Ukulelehersteller TODO MUSIC sowie dem Ukulele-Fachgeschäft Uke-Supply und den Ukulelebauer Tom Ziegenspeck und Raphael Herzberg. Darüber hinaus finanziert sich das Ukulelefest durch Teilnehmerbeiträge.
Allen Geldgebern danken wir von Herzen für Ihre Unterstützung. Sie erlaubt uns, die Teilnehmerbeiträge niedrig zu halten und so einer breiten Bevölkerungsschicht Zugang zur Ukulele zu ermöglichen.
Natürlich spielen wir Ukulele …
… lautet das Motto in diesem Jahr. Doch was heißt das eigentlich? Es könnte zunächst für ungezwungenes und selbstverständliches Ukulele spielen stehen: Man kommt zusammen, macht gemeinsam Musik und begibt sich in den Fluss der Töne. Das Werkzeug dafür ist der kleine Viersaiter, der auf ganz natürliche Weise erklingt und keiner technischen Verstärkung bedarf. Doch „natürlich” könnte auch im Sinne von geerdet gemeint sein: Natürlich Ukulele spielen ist nicht losgelöst, sondern hat sich langsam wie eine Blume entfaltet und ist mit etwas Größerem verbunden — mit einer gewachsenen Tradition, einem Ort, einer Gemeinschaft.
Zunächst beschreibt der Begriff alles, was ohne menschliches Zutun entsteht oder existiert: Pflanzen, Tiere, Gewässer, Landschaften. Der Mensch ist selbst ein natürliches Wesen, geht aber mit seiner Kultur über die Zwänge der Natur hinaus. Doch je genauer man hinschaut, desto schwammiger wird diese Grenze. Wir leben im Anthropozän, einem Zeitalter, in dem der Mensch die Natur in ihren Abläufen und Wachstümern tiefgreifend verändert hat. Und auch wenn wir in der Natur das Ursprüngliche und die Unendlichkeit suchen, ist unser Blick dorthin immer schon durch Geschichte, Kultur und Erwartungen geprägt. Ist Rousseaus Losung „Zurück zur Natur!” nicht letztlich auch ein Eingeständnis, dass „Natur” selbst ein menschliches Konstrukt ist, vielmehr eine Sehnsucht, kein Ort?
Für ein Ukulelefest ist das keine abstrakte Frage. Denn wer ein Instrument in die Hand nimmt, stellt sich unweigerlich dieselbe: Was ist hier eigentlich natürlich — der Klang, die Geste, die Gemeinschaft? Und wie kommt man dahin?
Es war mal wieder Goethe — von dem wir beim 1. Thüringer Ukulelefest 2022 behaupteten, er hätte Ukulele gespielt —, der einen Ausweg anbietet. In seinem Gedicht Natur und Kunst aus dem Jahr 1800 schlägt er vor, Natur und Kunst nicht als Gegensätze zu verstehen, sondern als sich wechselseitig bedingende Sphären. Der letzte Vers klingt nach Schiller: „Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.” War es Zufall, dass wir beim 2. Thüringer Ukulelefest 2023 davon ausgingen, dass auch Schiller Ukulele gespielt hätte? Und wie ist es mit den Frühromantikern, auf die Goethe mit einem Seitenhieb anspielt: „Vergebens werden ungebundne Geister / nach der Vollendung reiner Höhen streben” — jene Geister, die beim 3. Ukulelefest 2024 in unserer Vorstellung ebenfalls mit von der Partie waren?
Passend zum Geist dieser Feste ist Goethes und Schillers, Schlegels und Novalis’ Ansatz, die Begriffe Natur, Kunst, Seele und Unendlichkeit immer wieder zu hinterfragen und neu zu fassen. Die Jenaer Frühromantiker haben uns mit ihrem Ansinnen, das Unendliche im Endlichen zu fassen, eine Brücke zum letzten Ukulelefest gebaut, bei dem wir zusammen mit dem Jenaer Planetarium nach den Sternen greifen konnten.
So ist es nur folgerichtig, dass wir uns im Jahr 2026 in den Botanischen Garten Jenas begeben und das Thema Natur nun explizit aufgreifen. Goethe wirkte hier höchstpersönlich; sicherlich sind auch Schiller, die Schlegels und Hardenberg mit seiner Sophie durch diese Wege gegangen. Es ist der zweitälteste Botanische Garten Deutschlands, unmittelbar benachbart zum Planetarium — ein weiterer schöner Ort in Jena, den wir gemeinsam begehen wollen.
Max Pommer, Leiter des Jenaer Romantikerhauses, wird uns durch diesen Garten führen und auf bewährte Weise Verbindungen zur Romantik, zur Klassik und zum Hier und Jetzt aufzeigen. Dabei singen wir gemeinsam und begleiten uns selbstverständlich mit unseren Ukulelen — geleitet von den Liedern im Programmheft, die Natur in ihrer Vielfalt besingen: als Ort der Schönheit und der Sehnsucht, der Liebe und der Verbundenheit, als Ort, der selbst Klänge produziert — und der dringend geschützt werden muss.
Den Abschluss bildet wieder das Ukulelepicknick auf dem Johannisfriedhof: vielleicht der Moment, in dem das Motto am unmittelbarsten Wirklichkeit wird. Kein vorgefertigter Plan, kein Richtig oder Falsch — nur wir, die Musik und die Ukulelen.
„Natürlich Ukulele zu spielen” ist weniger eine Haltung, die man spontan einnehmen kann. Sie bedarf intensiver Erfahrung und viel Übung. Das Thüringer Ukulelefest will ein Ort sein, an dem man das gemeinsam lernen, üben und ausprobieren kann – um vielleicht wirklich einmal so Ukulele zu spielen, als wäre es einem die zweite Natur.
Der Kompositionswettbewerb, die Ukuleleklassen des Christlichen Gymnasiums beim Eröffnungskonzert, die Workshops, die gemeinsame Performance The Great Learning und das Picknick: Sie alle sind Einladungen in diesen Prozess. Offene Angebote, die erst durch euch — eure Vorstellungen, eure Klänge, eure Fragen — wirklich gefüllt werden.
Wer weiß, was daraus noch alles entwachsen wird.